… aber wo waren wir die letzte Woche?
Nicht verschwunden, nur im zentralen Hochland unterwegs. Und wie? Auf
eine ziemlich coole und vielleicht für einige beunruhigende Art. Aus
diesem Grund haben wir uns einfach vorher kurz bei unseren Liebsten
abgemeldet und hatten die ganzen Zeit „kein Internet“... naja,
wir hatten schon meist Internet, aber waren dann eigentlich immer
ziemlich müde und sind nach dem Essen einfach ins Bett gefallen.
Also Jetzt komm ich mal auf den Punkt –
so waren wir unterwegs:
Diese beiden Easyrider hatten uns in
Dalat auf der Straße angesprochen. Wir waren ziemlich skeptisch,
aber hatten schon viel tolles darüber gelesen. Selbst im Reiseführer
wurde eine Tour mit den Easyridern wärmstens empfohlen! Nachdem sie
uns begeistert von ihren Touren erzählt hatten, wir ausführlich in
ihrem Empfehlungsbücher gelesen und die Website angeschaut hatten,
verabredeten wir uns mit ihnen zu einer 1 Tagestour.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie
aufgeregt ich am nächsten Morgen war! Das erste Mal auf nem
Motorrad, der vietnamesische Verkehr und ich muss ganz dem Können
eines kleinen 54-jährigen Vietnamesen vertrauen, deren Englisch
absolut gewöhnungsbedürftig war... „No problem, no problem! We
are friends!!!“
Jonas stieg bei Viet aufs Bike, ich bei
Tan, denn der hatten hinten ein Topcase aufgebaut und das war mir
erstmal sicherer! Dalat ist eine kleine Stadt, aber der Verkehr ist
für unsere Verhältnisse immer noch ziemlich... naja, asiatisch ;o)
Ich habe jedenfalls ein paar Mal die
Luft angehalten und musste mir immer wieder sagen „Er kann das!
Keine Sorge, Pauli.“ Er konnte das wirklich! In der gesamten Woche,
gab es nicht eine Vollbremsung und nicht ein richtig fieses
mitgenommenes Schlagloch. Dafür umso mehr Schlangenlinien, für
unsere Verhältnisse waghalsige Überholmanöver und wahnsinniges
Gehupe – eben der typische vietnamesische Fahrspaß!
Das Tag war super! Wir haben soviel
gesehen, dass ich schon gar nicht mehr alles zusammen bekomme und
mich mal eben erst durch die Fotos klicken musste... Blumenplantagen,
Kaffeeplantagen, Seidenraupen, Tempel, vietnamesische Baustellen und
herrliche Aussichten!!!
Ein bisschen mulmig wurde uns, als sie
meinten, dass wir da mal den Berg hochgehen sollten, oben die
Aussicht genießen und dann einen anderen Weg wieder hinunter nehmen
sollten... sie würden dann da auf uns warten und wir könnten uns
ruhig Zeit lassen. Ähhmmm... ok. Die Aussicht war ein Traum und als
wir wieder unten ankamen, standen sie tatsächlich da und warteten
auf uns. Also alles gut!
Nach der Tagestour war für uns klar:
Wir wollen mehr davon!
Kurze Verhandlungen und wir waren uns
einig... 3 Tage bis Nha Trang, am zweiten Abend könnten wir uns
entscheiden, ob wir noch weiter bis nach Hoi An wollen und so die
Tour auf insgesamt 6 Tage verlängern. Naja, und wo sind wir gerade?
Genau, in Hoi An... und so kam eine ganze Woche mit den Easyridern
zusammen, die super viel Spaß gemacht hat!
Sie haben uns nicht nur über den Krieg
und die vielen Minderheiten erzählt und tolle Aussichten gezeigt.
Wir wissen jetzt auch wie Pfeffer, Tee, Ananas, Berg- und Wasserreis
angebaut wird. Ich bin echt überrascht, was hier alles wächst. Auch
bei einer Kautschukbaum- und einer Pilzplantage waren wir.
Unsere absolutes Highlight war
allerdings unter einem Wasserfall zu duschen! Einfach unglaublich!
Laut, angenehm warm/kühl und vor allen Dingen nass ;o)
Alles in allem war es einfach nur toll.
Zwar ziemlich anstrengend, da wir den ganzen Tag den Wind um die
Ohren hatten und draußen waren, aber irgendwie auch ruhig und
entspannend. Wenn man einfach nur hinten drauf sitzt, nichts machen
kann und tolle Landschaft sieht, dann entspannt man vom Kopf her so
schön und die Gedanken wuseln hier und dahin.
So war die Ankunft in Hoi An ein
ziemlicher Schock für uns! Die ganze Straße lang ein
Schneidergeschäft neben dem anderen und jeder ruft nach einem und
versucht einen in das Geschäft zu locken. „Special offer!“,
„Special Price!“, „Happy Hour!“ … ahhh, wir waren erst mal
platt.
Vorgestern Nachmittag kamen wir hier
an, da ging nix! Gestern sind wir durch die Stadt gezogen und haben
Preise verglichen und waren abends wieder platt...
Heute soll es nun endlich an den Strand
gehen. Fahrräder haben wir schon ausgeliehen und natürlich einen
„special price“ in der „happy hour“ ausgehandelt ;o)
Also wir haben wieder „festen Boden“
unter den Füßen und bleiben noch ein paar Tage in Hoi An, bevor es
weiter in den Norden geht.